Hier werden die Vorträge einer Veranstaltung der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum in Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag und dem Bayerischen Bauindustrieverband kurz zusammengestellt.
Die Fachtagung beleuchtete die politischen, die technischen und rechtlichen Aspekte der Windenergie und ging sowohl auf die problematischen Seiten als auch auf die Potentiale ein.
Weitere Informationen zur Windenergie aus der Fachtagung sind auf folgender Internetseite: http://www.akademie-bayern.de/ zu finden.
Die Rolle der Windenergie im Energiekonzept der Bundesregierung
von Josef Göppel, MdB, Umweltobmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch lag in Deutschland im Jahr 2009 bei 16,1 %. Das Energiekonzept der Bundesregierung gibt folgende Ziele vor: bis 2020 soll der Anteil regenerativer Energien an der Stromerzeugung 35 % betragen, bis 2030 50%, bis 2040 65 % und bis 2050 80 %.
Wie sind Windenergieanlagen baurechtlich einzuordnen?
Wie können die Gemeinden die Entwicklung steuern?
von Dr. Helmut Bröll, Schatzmeister der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum e.V., und Dr. Franz Dirnberger, Direktor beim Bayerischen Gemeindetag
Windräder bis zu einer Gesamthöhe von bis zu 50 m unterliegen dem Baugenehmigungsverfahren. Für alle höheren Anlagen ist eine Genehmigung nach dem BImSchG (Bunds-Immissionsschutz-Gesetz) notwendig. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung beinhaltet auch die baurechtliche Entscheidung. Im Genehmigungsverfahren erfolgt die volle baurechtliche Überprüfung. Dabei wird die betroffene Gemeinde beteiligt.
von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sören Schöbel, Fachgebiet für Landschaftsarchitektur Regionaler Freiräume, Technische Universität München
Jede Form der Energiegewinnung verändert die Landschaft. Im Vergleich zu den Eroberungen der Landschaft in den vergangenen Jahrhunderten bis Heute (Holz, Torf, Wasserkraft, Bergbau, Tagebau, Öl, Gas, usw.) bringen die erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Biomasse) keine grundlegend neuen Landschaften hervor, verändern aber deutlich ihre sinnliche Wahrnehmung, Bilder und Bedeutungen. Landschaftsästhetik ist aber zum Kampfbegriff in der Zukunftsdebatte um erneuerbare Energien geworden. Es kommt darauf an, erneuerbare Energien - Kulturen, Windräder und Solarflächen – mit der vorhandenen Landschaft ästhetisch zu verbinden.
Windenergieanlagen – sind sie wirklich eine Alternative?
von Martin Wölzmüller, Geschäftsführer Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V.
Wo von Windkraft und ihrer Nutzung zur Energiegewinnung die Rede ist, wird in erster Linie über Technologien, Rendite und Energiebedarf gesprochen. In den Hintergrund treten oft die Gesichtpunkte des Landschaftsschutzes, der gesellschaftlichen Akzeptanz, der regionalen Selbstbestimmung und der Lebensqualität, die für viele eingeschränkt wird, wenn die Anlagen erst einmal im Gelände stehen. Produkte und Technologien, die als Lösung für den Energiehunger unserer Zeit angesehen werden, stoßen aber wegen ihrer Folgen für das gewohnte Bild der Umwelt auf Vorbehalt, Misstrauen und Widerspruch – und das zu Recht !
Welche regionalen Wertschöpfungsmöglichkeiten bietet die Windenergie?
von Arnold Zengerle , 1. Bürgermeister der Gemeinde Wildpoldsried
Die Gemeinde Wildpoldsried mit einer Größe von 2.570 Einwohner und einer Fläche von 2.134 ha liegt auf einer Höhe von ca. 720-920 m über Meeresspiegel und ist eine der kleinsten Gemeinden im Landkreis Oberallgäu.